Über

Als freies Theater genießen wir das außerordentliche Privileg, nicht den leitkulturellen Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft entsprechen zu müssen. Wir begrüßen die kulturelle und sprachliche Vielfalt, die mit erhöhter Intensität in unsere Gesellschaft einströmt. Als Künstler/innen, die das Bestreben jedes Menschen nach Integrität, persönlichem Wachstum und Gemeinschaft als übergeordneten Wert betrachten, freuen wir uns über die zahllosen Einflüsse und Impulse, die von den jungen Menschen ausgehen, die ihr kulturelles Erbe aus ihren Heimatländern mitbringen und versuchen, die Kultur ihrer Herkunft mit der hiesigen Kultur zu verbinden. Wir haben uns dafür entschieden, unsere Themen, Projektideen und Inszenierungen gemeinsam mit jungen Menschen aus unter-
schiedlichen Kulturkreisen zu entwickeln, die ihren Reichtum an Liedern, Musik, Poesie, Geschichten oder Tänzen ganz selbstverständlich leben. Wir sehen uns als Teil der trans-
kulturellen Entwicklung, die im Alltag völlig selbstverständlich und fast unmerklich verläuft, während sie auf der politischen und theoretischen Ebene noch kontrovers diskutiert wird.

Die freie bühne stuttgart, gegründet 2005, ist ein baden-württemberg-weit einzigartiges Projekt, das jungen Menschen
mit Migrations- und Fluchthintergrund die Möglichkeit bietet,
sich im Tanz-, Theater- und Musikbereich auszubilden und zu professionalisieren. In zwei Projektformaten, freie bühne – inklusives, internationales Jugendtheater sowie freie bühne – professionelles Sprechtheater , ermöglichen wir jungen Künstler/innen, die erst seit ein oder zwei Jahren in Deutschland leben, trotz mangelhafter Deutschkenntnisse und fehlender Ausbildung in ihren Heimatländern, an professionellen Tanztheater-Projekten unter der Leitung eines interdisziplinären Künstler-Teams teilzunehmen. Die Jugendtheaterproduktionen werden in Kooperation mit dem Kulturwerk Stuttgart und dem Kulturhaus Schwanen sowie Schulen in Stuttgart und dem Rems-Murr-Kreis realisiert. An den Jugendtheaterprojekten nehmen auch junge Menschen mit geistiger Behinderung teil.
Die Fundamente und Ziele unserer Arbeit sind: Partizipation, Interdisziplinarität, Interkulturalität, Beteiligung von bildungsfernen und exkludierten gesellschaftlichen Gruppen, Förderung und Professionalisierung von jungen Talenten in verschiedenen Bühnenkünsten sowie die Erschließung von neuen Themen, neuen Veranstaltungsorten und neuen Zuschauer-
gruppen für künstlerische Präsentationen.

Die Arbeit der freien bühne stuttgart wird ermöglicht durch Projektmittel des Bundes und des Landes Baden-Württemberg, durch Projektförderungen des Kulturamts Stuttgart und durch die Unterstützung der Stadt Waiblingen, des Kreisjugendrings Rems-Murr sowie verschiedener privater Stiftungen und Spenden.

Pressestimmen

»Musik und Ausdruckstanz, gesprochene und sprechende Szenen, Alltag und Ausnahmezustand: Die Premiere des „Café Babel“ steht ganz im Zeichen von Vielfalt, Übergang, Gegensätzen – und Gemeinsamkeit. Den jungen Schauspielern gelingt, wovon alle Bühnenkünstler träumen: Ihnen gehört die ganze Aufmerksamkeit des Publikums.« (Waiblinger Kreiszeitung über Café Babel)

»Hartmut Lange und Ismene Schell sind Celan und Bachmann und sind sie nicht. Ulrike-Kirsten Hanne hat dem Zwiegespräch der Dichter eine strenge Form gegeben: Nur selten darf sich die Spannung lösen.« (Stuttgarter Nachrichten über Das Schweigen zwischen den Worten)

»Sie brauchen ein paar Anläufe, um mit betont langsamen Bewegungen auf den schlaksigen jungen Mann zuzugehen, der als Einzelner der bedrohlichen Meute gegenüber steht. Dabei sollen sie richtig böse aussehen. „Noch mal, kommt mit Wut“, motiviert der Choreograf Mohammad Reza Golemohammad und lässt das 30-köpfige Theaterensemble die ganze Szene wiederholen. Vereinzelt ist im Saal des Tanz- und Performancezentrums ein Kichern zu hören, ansonsten arbeiten die jungen Darsteller hoch konzentriert.« (Stuttgarter Wochenblatt über Weil ich ein Dreck bin)

»Seit Oktober treffen sich die Künstler regelmäßig zum Proben, stellen Fragen, entwickeln Ideen,und geben dem uralten Märchen einen neuen Rahmen, der sich auf ihre eigene Lebenswelt übertragen lässt. Da wird ein verspieltes Menuett virtuos mit Hip Hop vermischt, da werden Rapmusik und märchenhafter Gesang zu einem großen Ganzen verwoben. Dabei lernen die Jungen und Mädchen über die Formen des klassischen Balletts und des Ausdruckstanzes, über Chor und Gesang ihre Möglichkeiten kennen und überschreiten dabei ihre eigenen Grenzen.« (Stuttgarter Wochenblatt über Das Mädchen das Perlen weinte)

»Im Sindelfinger Theaterkeller gibt es Tränen: Anstatt zu applaudieren, geht eine Dame aus dem Publikum nach Ende der Vorstellung nach vorne, umarmt Ismene Schell mit Tränen in den Augen, streichelt ihr das Gesicht.« (Sindelfinger/Böblinger Zeitung über Eine Frau in Berlin)

»Eine archaische Konstellation, ein hauptmannsches Menschenopfer – wohl deswegen hat Isolde Alber die Dreiecksgeschichte als kultische Handlung inszeniert. Der rosenübersäte Bühnenhintergrund mit seinen vielen Schichten, die Szene für Szene entblättert werden, entpuppt sich als schillernder Seelenspiegel.« (Stuttgarter Zeitung über Elga)

»Mirza Kraijcin spielt im Theaterstück „Balkan Partie“ nicht nur eine Rolle, sondern ein Stück eigene Realität.« (Interkultur über Balkan Partie)

»Durch die Zusammenstellung des Ensembles gewinnt „Reisen nach Jerusalem“ weitere Brisanz. Wenn eine junge Türkin die antiarabischen Ressentiments eines jungen Israelis hinausschleudert, findet eine weitere Brechung des Stoffs statt.« (Sindelfinger/Böblinger Zeitung über Reisen nach Jerusalem)

»Starke Bilder hat die Regisseurin Ismene Schell gefunden um mit dem Jugendensemble den Roman „Ausweitung der Kampfzone“ auf die Bühne zu bringen: Ein mutiges Theaterprojekt, das die Erwartungshaltung des Zuschauers kompromisslos unterläuft.« (Sindelfinger/Böblinger Zeitung über Ausweitung der Kampfzone)

»Überhaupt überzeugt das Ensemble durch konzentriertes, temporeiches Spiel, das spannend und emotionsgeladen funktioniert und Raum für die politische Dimension des Stoffes lässt.« (Sindelfinger/Böblinger Zeitung über Swing Heil)

»Das Ende überrascht. Es erstaunt all jene, die gewettet haben, dass sie mit einer klaren Botschaft nach Hause gehen.« (Stuttgarter Zeitung über Exxtacy)

Förderer

Albrecht Auwärter Stiftung, Baden-Württemberg-Stiftung, Bertold Leibinger Stiftung, Bezirksamt Bad-Cannstatt, Bezirksamt Degerloch, Bezirksamt Stuttgart-Mitte, Bezirksamt Stuttgart-Ost, Bürgerstiftung Sindelfingen, Bundesverband Freie Darstellende Künste aus Mitteln des Programms »Kultur macht stark« des Bundesministerium für Bildung und Forschung, Caritas Schwarzwald-Gäu, Fonds Soziokultur, Helmut Nanz-Stiftung zur Förderung von Kunst und Kunsterziehung, Jugendamt Stuttgart, Jugendstiftung Baden-Württemberg, Kreissparkasse Böblingen, Kulturamt Sindelfingen, Kreisjugendring Rems-Murr e.V., Kulturamt Stuttgart, Landesverband freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg aus Mitteln des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Lechlerstiftung Stuttgart, Malteser Hilfsdienst e.V., Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln des Innovationsfonds Kunst, Ott-Goebel-Jugendstiftung, Produktionszentrum Tanz + Performance Stuttgart, Regierungspräsidium Stuttgart, Rotary Stiftung, Stiftung der Landesbank Baden-Württemberg, Stiftung Deutsche Pfandbriefbank

Impressum

freie bühne stuttgart
Neuffenstraße 34
70188 Stuttgart
Telefon: +49 179 6485447

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Ismene Schell

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Website: Milan Schell